Die EUDI-Wallet soll ab Anfang 2027 auch in Deutschland an den Start gehen. Dahinter steckt eine digitale Brieftasche, mit der sich Bürger europaweit online und offline ausweisen, Dokumente digital vorzeigen und weitere Nachweise auf dem Smartphone verwalten können. Grundlage dafür ist die novellierte eIDAS-Verordnung der EU, nach der bis Anfang 2027 jeder Mitgliedstaat mindestens eine solche Wallet bereitstellen muss. Deutschland entwickelt dafür eine staatliche Lösung als Kern eines offenen Ökosystems.
Geplant ist eine App, die zunächst vor allem digitale Identitätsnachweise ermöglicht. Perspektivisch sollen weitere Funktionen hinzukommen, etwa Führerschein, Bildungs- und Gesundheitsnachweise, qualifizierte elektronische Signaturen, pseudonyme Logins und weitere Anwendungen für Alltag, Beruf und Verwaltung.
Die Bundesregierung setzt dabei auf ein offenes Modell. Neben der staatlichen Wallet sollen später auch andere Anbieter die Möglichkeit erhalten, zertifizierte EUDI-Wallet-Lösungen in Deutschland anzubieten. An der Umsetzung arbeiten unter anderem SPRIND, BSI, Bundesdruckerei, Fraunhofer AISEC, PwC und Meiré und Meiré mit.
Ein zentrales Versprechen lautet: Die Nutzer sollen die Kontrolle über ihre Daten behalten. Nach Angaben des Projekts werden persönliche Daten auf dem Smartphone gespeichert und verschlüsselt verarbeitet. Der Quellcode der staatlichen Wallet soll öffentlich zugänglich gemacht werden, damit unabhängige Prüfungen möglich sind. Auch Barrierefreiheit und eine schrittweise Anbindung von Verwaltungen und Diensten gehören zum Konzept.
Ein wichtiger Schritt ist 2026 bereits erfolgt. Die Sandbox, also die Testumgebung für Anwendungen rund um die EUDI-Wallet, wurde geöffnet. Dort können erste Organisationen reale Anwendungsfälle mit Personenidentifizierungsdaten erproben. Außerdem ist ein Community-Event am 25. Juni 2026 in Berlin geplant, dem Anfang Juni ein Hackathon vorausgehen soll.
Klar ist damit auch: Die EUDI-Wallet ist noch nicht im Alltagsbetrieb angekommen. Aber die Infrastruktur dafür wird gerade aufgebaut. Ziel ist eine europaweit nutzbare digitale Identität, die staatlich getragen, interoperabel und zugleich offen für weitere Anbieter sein soll.

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