Kommentar von Thomas Patalas
Seit dieser Woche ist die Kleinenbroicher Straße halbseitig gesperrt. Wieder. Denn das alte Kino in Giesenkirchen steht noch immer. Genau wie im vergangenen Jahr. Und im Jahr davor. Die Fassade bröckelt, die Gebäudestruktur bewegt sich horizontal, die Notmaßnahmen greifen nicht mehr – und der Eigentümer? Hat die vergangenen anderthalb Jahre offenbar damit verbracht, Gerichtstermine wahrzunehmen, Fristen auszureizen und ansonsten abzuwarten.
Das Ergebnis ist bekannt: gar nichts.
Stattdessen darf wieder die Allgemeinheit die Konsequenzen tragen. Autofahrerinnen und Autofahrer, Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende – sie alle folgen der Umleitung, während ein Eigentümer, der seiner Verantwortung seit Jahren nicht nachkommt, unbehelligt das nächste Verfahren abwartet.
Man darf die Frage stellen, was die Stadt in dieser Zeit getan hat. Die Antwort, die die aktuelle Pressemitteilung impliziert: Ortstermine durchgeführt, Erkenntnisse gewonnen, Sperrung angeordnet. Das ist das Handwerkszeug der Schadensbegrenzung – nicht der Problemlösung. Welche Schritte wurden unternommen, um den Eigentümer ernsthaft unter Druck zu setzen? Wie lange lässt sich eine Stadt zum Narren halten, bevor sie die ihr zur Verfügung stehenden Mittel konsequent ausschöpft?
Der Rückbau des Gebäudes ist weiterhin nicht terminiert. Ein Datum gibt es nicht. Gab es im Januar nicht, und gibt es heute nicht.
Bis dahin gilt: der nächste Ortstermin kommt bestimmt.

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