Wo sonst Kinder und Jugendliche ein- und ausgehen, herrscht derzeit Leere. Im Kinder- und Jugendzentrum „Step“ an der Stepgesstraße haben Anfang des Jahres die vorbereitenden Arbeiten für eine umfassende Sanierung begonnen. Bauzäune wurden aufgestellt, Einbauten entfernt, das Gebäude ist inzwischen komplett leer. Damit ist der Weg frei für die eigentlichen Bauarbeiten.
Rund 6,9 Millionen Euro investiert die Stadt Mönchengladbach mithilfe von Fördermitteln, um das 1981 eröffnete Gebäude fit für die Zukunft zu machen. Ziel ist es, das Step wieder zu einem zentralen Treffpunkt für junge Menschen zu entwickeln. Geplant sind unter anderem Barrierefreiheit sowie ein neuer Eingangsbereich, der sich zum Sonnenhausplatz hin öffnet.

Die besondere Architektur des vom Korschenbroicher Architekten Professor Heinz Döhmen entworfenen Gebäudes stellt dabei eine Herausforderung dar. Durch die Hanglage und die versetzten Ebenen gleicht kein Geschoss dem anderen. Kleine Räume wechseln sich mit großen Sälen ab, Emporen und Nischen prägen das Innere. Jahrzehntelang war das Step genau dadurch ein besonderer Ort für Kinder und Jugendliche. Doch das Gebäude ist in die Jahre gekommen, während sich die offene Kinder- und Jugendarbeit weiterentwickelt hat. Mit der Sanierung sollen die Räume besser auf heutige Anforderungen aus Sozialraumarbeit, Kulturarbeit und Streetwork abgestimmt werden.
Geplant sind Veränderungen auf allen Etagen. Im Sockelgeschoss wird der offene Bereich neu gestaltet, der Innenhof erhält einen überdachten Spielebereich. Im Erdgeschoss wird das Foyer mit der großen Bühne erweitert, zudem entstehen ein Kunst- und Aktionsraum, eine größere Küche und ein neu strukturiertes Café. Im Obergeschoss wird der Mehrzweckraum künftig auch für Veranstaltungen nutzbar sein, ergänzt durch eine neue Boulder-Wand. Im Dachgeschoss sind unter anderem ein Medienraum und ein Aufenthaltsbereich vorgesehen.

Besonders stark verändert wird das Untergeschoss. Über einen neuen Zugang vom Parkplatz entstehen dort Räume für das Jugendkulturlokal JuLooX. Geplant ist ein Jugend-Partizipations-Café mit eigener Küche, kleiner Bühne, Sitzbereichen und WLAN-Ecke. Beleuchtungskonzept und überdachte Außenflächen sollen den ehemaligen Keller in einen Aufenthaltsort mit Wohlfühlcharakter verwandeln.

Neben den räumlichen Anpassungen wird auch technisch modernisiert. WC-Anlagen werden erneuert, die Fußbodenheizung saniert und die Energiebilanz durch Photovoltaik und Wärmepumpe verbessert. Mehrere Hebelifte und ein neuer Aufzugsturm sollen künftig Barrieren abbauen. Zusammen mit einer neuen Außentreppe entsteht ein zusätzlicher Zugang, der das Gebäude stärker zur Innenstadt hin öffnet.
Die Sanierung ist Teil des Städtebauförderprogramms Soziale Stadt Gladbach und Westend. In der aktuellen Förderphase fließen bis 2030 rund 70 Millionen Euro in Projekte zur Stärkung des Quartiers. Die Arbeiten am Step sollen etwa ein Jahr dauern, 80 Prozent der Kosten werden durch Fördermittel von Land und Bund getragen.

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