28. Februar 2026

Das Heimatmagazin für Mönchengladbach

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Smart City Summit 2026 zeigt wie Mönchengladbach die digitale Zukunft gestaltet

Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen – vor allem bei den Jüngeren. 63,8 Prozent der 16- bis 24-Jährigen in der EU nutzen laut Eurostat generative KI-Tools. In der Gesamtbevölkerung sind es 32,7 Prozent. Junge Menschen setzen KI besonders häufig privat und in Schule oder Studium ein. Beruflich nähern sich die Werte an. Gleichzeitig zeigt eine weitere Erhebung: Nur 9,4 Prozent der 25- bis 64-Jährigen in Deutschland nahmen zuletzt an einer Weiterbildung teil.

Die digitale Transformation schreitet also rasant voran – aber nicht alle gehen im gleichen Tempo mit. Genau hier setzt der Smart City Summit 2026 in Mönchengladbach an.

„Alles ändert sich. Und vieles wird besser“, sagte Oberbürgermeister Felix Heinrichs zur Begrüßung auf der Smart City Stage. Er machte das an einem greifbaren Beispiel fest: der Asiatischen Hornisse. Früher brauchte es drei Durchschläge ans Amt, um ein Nest entfernen zu lassen. Heute genügt eine App, die gemeinsam mit Imkern aus Mönchengladbach entwickelt wurde. Ein digitaler Prozess ersetzt Papier, Wartezeit und Umwege.

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Auch Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, sieht darin mehr als nur Technik: „Wir müssen Projekte haben, wo wir schneller und besser sind als die anderen Kommunen.“ Geschwindigkeit und Effizienz werden zum Standortfaktor im interkommunalen Wettbewerb.

Dass Mönchengladbach hier auf einem guten Weg ist, zeigte die diesjährige Ausgabe des Smart City Summit eindrucksvoll. Aussteller aus Deutschland und dem benachbarten Ausland präsentierten Lösungen, Städte wie Hamm, Krefeld und Nettetal berichteten aus der Praxis, und in Keynotes sowie Panels ging es um Governance, Datenstrategien und innovative Anwendungen.

Besonders eindrucksvoll war die Keynote der Stadt Hamm. Dort automatisiert ein KI-Bot Verwaltungsroutinen, etwa das Anfordern einer Liegenschaftskarte. Was früher eine Woche dauerte, erledigt das System in rund zehn Minuten. Der Effekt überrascht: KI ersetzt nicht den Menschen, sie verschafft ihm Spielraum. Oder anders gesagt: Wenn Algorithmen Formulare sortieren, haben Menschen wieder Zeit für Gespräche.

„Zeit, die vorher einfach nicht da war und jetzt dafür genutzt werden kann, um mehr und besser ins Gespräch mit dem Bürger zu kommen“, berichtete der Referent Tom Eichhorn aus Hamm.

Moderatorin Alexa von Busse im Interview mit Tom Eichhorn. Foto: Lott jonn!

Auch NEW-Vorstand Frank Kindervater formulierte in seiner Begrüßung einen klaren Anspruch: KI solle zu „mehr Teilhabe von Menschen“ führen. Ob dieses Versprechen vollständig eingelöst wird, bleibt offen. Doch die Richtung stimmt: Automatisierung dient hier nicht der Reduktion, sondern der Ermöglichung.

Das Programm spiegelte diese Haltung wider. Von „NetteKI“ aus Nettetal über Governance-Impulse aus Krefeld bis hin zu niederländischen Best-Practice-Beispielen reichte die thematische Bandbreite. Workshops zu KI-Modellen in der Praxis, LoRaWAN, digitaler Stadtentwicklung und ein Sensor Walk im Nordpark machten deutlich, dass Smart City mehr ist als ein Schlagwort. Es geht um Daten, Prozesse und konkrete Anwendungen vor Ort.

Das Publikum nutzte die Expo Area intensiv zum Austausch. Zwischen Ideenmarktplatz, Panels und Workshopräumen entstand eine Atmosphäre, die eher an ein Innovationsfestival erinnerte als an eine klassische Verwaltungstagung.

Souverän durch den Tag führte Moderatorin Alexa von Busse – fachlich präzise, präsent und mit einem Augenzwinkern, selbst als sie sich als Werder-Bremen-Fan bekannte.

Der Smart City Summit 2026 hat gezeigt: Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie wird dann relevant, wenn sie Verfahren vereinfacht, Beteiligung stärkt und Kommunen handlungsfähiger macht. Mönchengladbach positioniert sich dabei nicht als Zuschauer, sondern als Mitgestalter einer urbanen Zukunft, die effizienter – und im besten Fall auch menschlicher – wird.