9. Oktober 2026

Lott jonn! Heimatmagazin für Mönchengladbach

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Labrador-Retriever Balu und Conny feiern jeden Tag Welthundetag.

Am Welthundetag gehört der Applaus den Hundemenschen

Eine Hommage von Thomas M. Patalas

Am Samstag, 10. Oktober, ist Welthundetag. Wer ihn erfunden hat, weiß niemand. Auch warum es ausgerechnet der 10. Oktober sein muss und seit wann der Tag begangen wird, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Ein anerkannter Feiertag ist er nicht. Gefeiert wird trotzdem, vor allem mit Hundefotos in den sozialen Netzwerken.

Brauchen dürfte der Hund seinen Ehrentag ohnehin kaum. Für viele der rund 10,5 Millionen Hunde, die laut Statista 2024 in Deutschland lebten, ist längst jeden Tag Welthundetag. Ein Blick ins Futterregal genügt. Die Auswahl liest sich dort wie die Karte eines gehobenen Landgasthofs: Wildragout an Süßkartoffel, Lachs mit Gartenkräutern, Ente auf Preiselbeere, wahlweise getreidefrei, schonend gegart oder für den sensiblen Senior. Zum Nachtisch gibt es Kaustangen in Geschmacksrichtungen, bei denen mancher Halter kurz überlegt, selbst zu probieren.

Allein mit Hundesnacks wurden 2024 in Deutschland 752 Millionen Euro umgesetzt. Hinzu kommt die Garderobe: Regenmantel, Wintermantel, Leuchthalsband, Geschirr passend zur Leine, orthopädisches Bett und für die Fahrt ins Grüne ein eigener Sitzbezug. Im Schnitt kostete ein Hund 2024 laufend 103 Euro im Monat, über ein ganzes Hundeleben rund 16.800 Euro.

Fragte man den Hund selbst, fiele die Wunschliste vermutlich kürzer aus. Zeit. Eine lange Runde. Die Erlaubnis, an jedem Laternenpfahl so lange zu schnüffeln, wie es eben dauert.

Womit der Tag bei denen ankommt, die ihn eigentlich verdient hätten: den Menschen, die sich um Hunde kümmern. Die Pflegerinnen und Pfleger im Tierheim und die Ehrenamtlichen, die dort mit Hunden spazieren gehen, die sonst niemand abholt. Pflegestellen und alle, die einem alten oder kranken Hund noch ein Zuhause geben. Hundetrainer, die oft eher den Menschen erziehen als das Tier. Ausbilder von Rettungs- und Assistenzhunden. Tierarztpraxen samt Team. Nachbarn, die einspringen, wenn es nicht anders geht.

Und all jene, die ihrem Hund schlicht ein artgerechtes Leben ermöglichen. Die bei Regen morgens um halb sieben draußen stehen, den Kotbeutel in der Jackentasche, und trotzdem nicht tauschen möchten.

Vielleicht wäre Tag der Hundemenschen der passendere Name. Der Erfinder wird sich nicht beschweren. Womöglich war es ja ein Hund.


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