Die Textil- und Bekleidungswirtschaft prägt Mönchengladbach wie keine zweite Branche. Neben bekannten Modelabels und Textilmaschinenbauern sind es vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die in ihren Nischen teils zur Weltspitze gehören. Einige dieser Hidden Champions haben die Wirtschaftsförderung WFMG und Oberbürgermeister Felix Heinrichs bei ihrer Sommertour besucht. Am 24. September folgt nun ein Branchentreff, bei dem es um die Zukunft des Textilstandorts geht.
„Gut vernetzt“ heißt das Format, das um 18 Uhr in der Textilfabrik 7.0 im Monforts Quartier 35 beginnt, Einlass ist ab 17.30 Uhr. Nach einem kurzen Impuls zum Projektstart der Textilfabrik steht das Netzwerken im Mittelpunkt. „Wir wollen eine Plattform für Mönchengladbachs innovatives Textil-Ökosystem anbieten, um sich regelmäßig treffen und über aktuelle Entwicklungen austauschen zu können“, sagt Sina Borczyk, Innovationsmanagerin Textil und Bekleidung bei der WFMG. Anmeldungen sind unter www.wfmg.de/gut-vernetzt noch möglich.
Wie vielfältig die Branche in der Stadt aufgestellt ist, zeigt die Sommertour. Erste Station war Krall + Roth an der Krefelder Straße. Die Textilmanufaktur entwickelt und produziert hochwertige Möbelbezugsstoffe, selbsttragende Gewebe und patentierte Technologien für den internationalen Objektmöbelbereich und zählt darin zu den international führenden Unternehmen. Die Serienproduktion läuft im sächsischen Meerane, in Mönchengladbach sitzen Entwicklung, Prototypenbau, Kundenprojekte und die Unternehmensführung. In diesem Jahr hat das Unternehmen bereits zum zweiten Mal an der TexTech Innovation Challenge teilgenommen, einem Format zur Zusammenarbeit zwischen Startups und etablierten Firmen. Mit dem Partner, den es dort 2025 gefunden hat, arbeitet es bis heute zusammen.
Ganz anders das Geschäft von J. Clay. Das 2017 gegründete Unternehmen ist vor allem für seine Retro-Tennissocken mit ausgefallenen Motiven bekannt. Inzwischen sind Tassen, Mützen und Kappen dazugekommen, T-Shirts sind in Planung. Produziert wird in Portugal, designt in Mönchengladbach. Kürzlich ist J. Clay innerhalb der Stadt ins Monforts Quartier umgezogen, auf das Areal der ehemaligen A. Monforts Textilmaschinenfabrik und damit in direkte Nachbarschaft zur Textilfabrik 7.0.
Die dritte Station führte zur Kamlah Bekleidungsgesellschaft, deren Wurzeln bis 1920 zurückreichen. Damals gründete die Familie Kamlah in Rheydt einen Bekleidungsgroßhandel, heute ist das Unternehmen Partner für Gewerbe, Industrie und Handwerk bei Berufsbekleidung, Textilveredelung und individuellen Ausstattungslösungen. Im Frühjahr hat Kamlah sein B2B-Geschäft um den Verkauf an Privatkunden erweitert und dafür am Firmensitz an der Odenkirchener Straße einen Verkaufsraum eröffnet. Das Unternehmen setzt damit bewusst auf den stationären Handel und auf persönliche Beratung, Anprobe und unmittelbares Produkterlebnis.
Der letzte Termin der Sommertour führte zurück ins Monforts Quartier. In den Räumen von Baybi.O stellten sich neben dem Gastgeber vier weitere Textil-Startups und Forschungsprojekte im Pitch-Format vor: Texterial, Algacore, Riking und nodes. „Auch die Startups sind ein integraler Bestandteil des Ökosystems, denn sie stehen für Innovativität und agile Entwicklungen und treffen in Mönchengladbach auf einen Mittelstand, der diesen Themen gegenüber sehr offen ist“, sagt Borczyk. Das gelinge bereits bei einer Reihe von Formaten, von der TexTech Startup Night bis zur TexTech Innovation Challenge. Mit „Gut vernetzt“ soll nun eine regelmäßige Gelegenheit zum Austausch dazukommen.
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