12. Februar 2026

Das Heimatmagazin für Mönchengladbach

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Karneval feiern ohne Kater und ohne Erkältung  

Von Max Vatter, Apotheker aus Mönchengladbach 

Karneval ist Ausnahmezustand. Für die Stimme, den Schlafrhythmus – und für den Körper. Als Apotheker weiß ich: Die richtig harten Tage kommen oft nicht zwischen Altweiber und Rosenmontag, sondern danach. Kater im Kopf, Kratzen im Hals, Schnupfen deluxe. Muss aber nicht sein. 

Fangen wir beim Klassiker an: dem Karnevalskater. Der entsteht weniger durch den Alkohol selbst als durch das, was er mit dem Körper macht. Er entwässert, spült Mineralstoffe raus und stört den Schlaf. Wer schon beim Feiern regelmäßig Wasser oder Saftschorle dazwischenschiebt, ist klar im Vorteil. Eine einfache Regel hilft: Zu jedem Bier, Korn oder Cocktail ein Glas Wasser. Und bitte nicht auf nüchternen Magen losziehen. Etwas Deftiges vorher bremst den Alkohol und stabilisiert den Kreislauf. Nachts vor dem Ins-Bett-Fallen noch ein großes Glas Wasser – am nächsten Morgen sagt der Kopf Danke. 

Der zweite Spielverderber lauert unsichtbar: Erkältungsviren. Karneval ist dichtes Gedränge, viele Innenräume, viele Gläser, viele Hände. Händewaschen bleibt deshalb der beste Schutz – banal, aber effektiv. Gläser, Flaschen, Trinkhalme oder Lippenstift teilt man besser nicht. Klingt unromantisch, verhindert aber zuverlässig den Karnevalsschnupfen. 

Auch das Immunsystem braucht Support. Wenig Schlaf und viel Alkohol sind keine gute Kombi. Wer es schafft, zumindest ein paar Stunden echte Nachtruhe einzubauen, kommt deutlich besser durch die Tage. Viel trinken hält die Schleimhäute feucht, Obst, Gemüse und eiweißreiche Kost liefern dem Körper, was er jetzt braucht. Und ganz wichtig draußen: warm anziehen. Unter dem Kostüm darf es ruhig praktisch sein. Nasse oder verschwitzte Kleidung möglichst schnell wechseln – Auskühlen ist ein echter Erkältungsbooster. 

Mein Apotheker-Rat zum Schluss ist deshalb ganz klar: Wenn sich Fieber, starker Husten, Gliederschmerzen oder ein echtes Krankheitsgefühl ankündigen, dann heißt das nicht „ein Alt weniger“, sondern zu Hause bleiben. Wer krank feiern geht, verlängert nicht nur die eigene Erkältung, sondern verteilt sie gleich mit. Bei leichtem Halskratzen oder Schniefnase gilt: runter vom Gas, Alkohol deutlich reduzieren, viel trinken, früh schlafen. Karneval ist kein Wettbewerb – gesund ankommen ist die bessere Pointe. In diesem Sinne: Halt Pohl, All Rheydt und Jiesekerke Vörr-op!