Wie verlässlich kann der Rhein künftig die Tagebauseen im Rheinischen Revier füllen, und was bedeutet das für Mönchengladbach? Darum geht es bei einer Informationsveranstaltung, zu der Bündnis 90/Die Grünen Mönchengladbach am Freitag, 9. Oktober 2026, um 18 Uhr in die Mehrzweckhalle Wanlo, An der Kirche 10, einladen. Als Referent spricht Dirk Jansen, Landesbeauftragter des BUND für das Rheinische Revier.
Nach dem Ende der Kohleförderung sollen in den Tagebauen Garzweiler und Hambach große Seen entstehen. Das Wasser dafür soll über eine 45 Kilometer lange Leitung aus dem Rhein bei Dormagen kommen. Die Bezirksregierung Arnsberg hat Bau und Betrieb der Leitung Ende Januar 2026 genehmigt, seit dem 17. März 2026 wird gebaut. Pro Jahr sollen bis zu 340 Millionen Kubikmeter Rheinwasser fließen. Bei entsprechendem Rheinabfluss dürfen bis zu 18 Kubikmeter pro Sekunde entnommen werden. Die Befüllung wird Jahrzehnte dauern: Der Hambacher See soll seinen Endstand frühestens 2070 erreichen, der Garzweiler-See später.
Genau diese Abhängigkeit vom Rhein hatte der BUND bereits im August kritisiert, Lott jonn! berichtete am 14. August darüber. Ende Juli hatten zahlreiche Städte, darunter Köln und Düsseldorf, historische Niedrigwasserstände gemeldet. Die Genehmigung sieht zwar vor, dass die Entnahme bei Niedrigwasser auf bis zu 1,8 Kubikmeter pro Sekunde sinken darf. Aus Sicht des BUND fehlt jedoch ein Konzept für den Fall, dass der Rhein auch diese Menge über längere Zeit nicht zuverlässig liefern kann. „Einen solchen Plan B darf man nicht erst entwickeln, wenn das Wasser fehlt“, hatte Jansen damals gesagt.
Neben der zunehmenden Trockenheit des Rheins nennt der BUND weitere Risiken: den hohen Energiebedarf für das jahrzehntelange Pumpen, Spurenstoffe im Rheinwasser und hydrologische Veränderungen durch die neuen Seen. Hinzu kommt, dass das Rheinwasser auch die Feuchtgebiete an Schwalm und Nette erhalten soll. Diese werden bislang mit dem Wasser versorgt, das zur Trockenlegung der Tagebaugruben abgepumpt wird. Ihr Erhalt war eine Genehmigungsvoraussetzung für den Tagebau Garzweiler II. Jansen hatte deshalb gefordert, der Versorgung der Feuchtgebiete absoluten Vorrang vor der Befüllung der Gruben einzuräumen.
Genehmigt sind Bau und Betrieb der Leitung einschließlich der Rheinwasserentnahme. Für die Befüllung und den geplanten Überlauf des Garzweiler-Sees bei Wanlo stehen dagegen noch eigene Genehmigungsverfahren bevor. Nach Einschätzung der Veranstalter werden die neuen Seen das Revier langfristig prägen, mit Auswirkungen auf Klima, Grundwasser und Naturschutzgebiete. In Mönchengladbach sehen sie insbesondere Wanlo, Wickrath, Rheindahlen und den Hardter Wald betroffen.
Die Grünen verstehen den Abend als offenen Austausch über Chancen, Risiken und offene Fragen. Eingeladen sind alle Interessierten.
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