7. März 2026

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Bild von dexmac auf Pixabay

Frühjahrsmüdigkeit schlägt wieder zu

Der Frühling ist da. Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint länger – und du könntest trotzdem im Stehen einschlafen. Willkommen in der wunderbaren Welt der Frühjahrsmüdigkeit.

Während draußen alles erwacht, scheint der menschliche Körper erst einmal auf „Bitte später wieder versuchen“ zu schalten. Chronobiologen – also Wissenschaftler, die sich mit unserer inneren Uhr beschäftigen – haben dafür eine recht einfache Erklärung: Unser Körper muss sich erst an die neue Jahreszeit gewöhnen.

Im Winter hat er sich an kurze Tage und lange Dunkelphasen angepasst. Jetzt wird es plötzlich heller, länger, wärmer. Die innere Uhr versucht hektisch nachzujustieren – und dabei geraten zwei wichtige Hormone durcheinander: Melatonin, das uns müde macht, und Serotonin, das uns wach und gut gelaunt hält. Während sich die beiden neu sortieren, fühlt sich der Mensch ungefähr so leistungsfähig wie ein alter Diesel an einem kalten Morgen.

Chronobiologen raten deshalb zu einer erstaunlich simplen Strategie: Licht, Bewegung und Rhythmus.

Der erste Tipp klingt banal, wirkt aber tatsächlich: morgens raus ins Tageslicht. Schon 20 bis 30 Minuten frische Luft nach dem Aufstehen helfen dem Körper, Melatonin schneller abzubauen und Serotonin anzukurbeln. Ein kurzer Spaziergang wirkt dabei oft besser als die dritte Tasse Kaffee.

Auch die innere Uhr mag Ordnung. Wer jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit aufsteht und ins Bett geht – selbst am Wochenende nur mit kleinen Abweichungen – hilft seinem Körper, sich schneller an den Frühling anzupassen. Zu große Unterschiede zwischen Werktagen und Wochenende bringen den biologischen Takt dagegen komplett durcheinander.

Bewegung hilft ebenfalls, am besten draußen. Ein flotter Spaziergang oder etwas Sport am Vormittag oder frühen Nachmittag kann die innere Uhr stabilisieren und die Stimmung deutlich heben. Licht und Bewegung zusammen wirken dabei stärker als jedes Fitnessstudio bei Neonbeleuchtung.

Falls der Nachmittag dann doch noch einmal schwer wird: Ein kurzer Powernap ist erlaubt. Wichtig ist nur, dass er nicht länger als etwa 10 bis 20 Minuten dauert. Sonst wacht man hinterher nicht erfrischt auf, sondern fühlt sich wie nach einem drei Tage dauernden Winterschlaf.

Am Abend gilt dagegen das Gegenteil: Licht runterfahren. Helles, kaltes Bildschirmlicht von Handy, Tablet oder Laptop kann die innere Uhr irritieren und den natürlichen Melatonin-Anstieg verzögern. Warmes Licht und etwas Abstand vom Bildschirm helfen dem Körper dagegen zu verstehen: Jetzt wird es langsam Nacht.

Und wer morgens wirklich nicht in Gang kommt, kann noch einen kleinen Trick ausprobieren: Wechselduschen. Ein kurzer kalter Reiz bringt den Kreislauf in Schwung und signalisiert dem Körper ziemlich eindeutig, dass der Tag begonnen hat.

Die gute Nachricht: Frühjahrsmüdigkeit ist meist nur ein Übergangsphänomen. Nach ein paar Wochen hat sich der Körper an die längeren Tage gewöhnt.

Bis dahin gilt: Sonne tanken, bewegen, regelmäßig schlafen – und sich nicht wundern, wenn man im März und April gelegentlich mit offenen Augen träumt. Der Frühling braucht eben auch beim Menschen ein bisschen Anlauf.