14. Februar 2026

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E-Scooter-Unfälle nehmen in Mönchengladbach deutlich zu

Wer die Polizeimeldungen des vergangenen Jahres aufmerksam verfolgt hat, konnte es erahnen. Die Lott jonn!-Redaktion hat sämtliche Pressemeldungen zu E-Scooter-Unfällen aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Das Bild: viele Stürze, zahlreiche Kollisionen mit Autos – und immer wieder sehr junge Fahrer.

Die nun vorliegenden Halbjahreszahlen der Polizei bestätigen diesen Eindruck.

Schon nach sechs Monaten zählte die Polizei acht Schwerverletzte. Im gesamten Jahr 2024 waren es sechs. Auch bei den Leichtverletzten erreichte das erste Halbjahr mit 49 Fällen fast den Vorjahreswert von 67. Polizeisprecher Eric Theißen macht deutlich, dass die Entwicklung ernst genommen wird: „Ein Anstieg der Zahlen lässt sich natürlich bereits jetzt absehen, was auf die verstärkte Nutzung der E-Scooter zurückzuführen ist.“ Eine abschließende Bewertung will die Polizei mit dem Verkehrsunfallbericht vornehmen, der in Kürze vorgestellt werden soll.

Sehr junge Fahrer fallen auf

Bei ihrer eigenen Analyse stellte die Lott jonn!-Redaktion fest, dass in vielen Meldungen Jugendliche beteiligt waren – teils bei Unfällen, teils bei Regelverstößen. Auch die offiziellen Zahlen zeigen eine breite Altersspanne. Die jüngste verletzte Person im ersten Halbjahr 2025 war 13 Jahre alt – und hätte den Scooter nicht führen dürfen. Die älteste war 78 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Verletzten liegt bei 24,78 Jahren. Theißen bestätigt die Beobachtung im Straßenbild: Mehrfachbesetzungen durch zwei Personen „fallen immer wieder auf“, häufig handele es sich um jugendliche Verkehrsteilnehmende. Streifenteams würden nicht nur Verwarngelder erheben, sondern „vor allem in Form von verkehrsdidaktischen Gesprächen einschreiten“.

Alkohol, Drogen und fehlende Versicherung

Auch Alkohol und Betäubungsmittel spielen eine Rolle. „Natürlich kommt es vor, dass die Scooter auch unter dem Einfluss von Alkohol und Betäubungsmitteln genutzt werden und wir entsprechende Straf- und/oder Ordnungswidrigkeitenanzeigen schreiben“, so Theißen. Ob dies verstärkt am Wochenende der Fall ist, müsse allerdings erst gesondert ausgewertet werden. Ein weiteres Problem betrifft privat angeschaffte E-Scooter ohne gültige Versicherung. Laut Polizei stellen Streifenteams hier regelmäßig Verstöße fest. „Dies betrifft vor allem die Versicherungspflicht bei privat angeschafften E-Scootern, um die sich häufig nicht ausreichend gekümmert wird“, erklärt Theißen.

Konflikte im Mischverkehr

Die Auswertung der Lott jonn!-Redaktion zeigt zudem typische Konfliktlagen: Abbiegeunfälle mit Autos an Einmündungen, Stürze nach abruptem Bremsen sowie Zusammenstöße auf Geh- und Radwegen. Mehrfach verletzten sich auch Fußgänger oder Radfahrer, nachdem E-Scooter-Fahrer sie touchierten oder ausweichen mussten. Die Polizei reagiert mit einer Kombination aus Aufklärung und Kontrolle. Neben Informationen auf der eigenen Internetseite veröffentlicht sie Beiträge in sozialen Medien, führte gemeinsam mit der Verkehrswacht ein Sicherheitstraining durch und plant weitere Schwerpunkteinsätze. „Wir nehmen das Thema sehr ernst“, heißt es aus der Direktion Verkehr.

Die vollständigen Zahlen für 2025 will die Polizei im Rahmen eines Pressegesprächs vorstellen. Dann wird sich zeigen, wie sich das Unfallgeschehen im gesamten Jahr tatsächlich entwickelt hat – und welche Konsequenzen sich daraus für 2026 ergeben.