12. Juni 2026

Das Heimatmagazin für Mönchengladbach

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Vorne Rapsfeld, im Hintergrund Häuser und Kirche sichtbar

Foto: Lott jonn!

Overperformer klingt doch mal gut

Kommentar von Thomas Patalas

Platz 7. Unter 40 deutschen Großstädten. Vor München, vor Berlin, vor Frankfurt. Der neue SKL-Glücksatlas bescheinigt den Mönchengladbachern eine Lebenszufriedenheit von 7,31 von 10 Punkten – zum dritten Mal in Folge geht es im Ranking nach oben, und nur 5,3 Prozent der Einwohner bezeichnen sich als unzufrieden. Skl-gluecksatlas

Die eigentliche Pointe steckt aber woanders. Bei den objektiven Standortdaten – Einkommen, Wohnkosten, Infrastruktur – landet Mönchengladbach nur auf Rang 25. In der gefühlten Lebenszufriedenheit dagegen auf Rang 7. Städte mit diesem Muster nennen die Studienautoren „Overperformer“. Man könnte auch sagen: Die Zahlen sind mittelmäßig, das Lebensgefühl ist es nicht.

Und genau das darf man ruhig einmal losgelöst von Stadtverwaltung, Haushaltsdebatten und maroden Schulen betrachten. Denn gemessen wurde hier nicht, wie gut eine Stadt auf dem Papier dasteht, sondern wie es den Menschen geht, die in ihr leben. Die Studie verweist auf die familiäre Wohn- und Lebenssituation als zentralen Glücksfaktor – auf stabile Haushaltsstrukturen und vergleichsweise wenige Einpersonenhaushalte. Übersetzt heißt das: Hier ist man selten allein. Man kennt seine Nachbarn, man wohnt nicht nur, man lebt hier.

Vielleicht ist das die schönste Nachricht an diesem Ranking. Es braucht keine Spitzenwerte bei Einkommen und Infrastruktur, damit Menschen sich wohl fühlen. Mönchengladbach ist glücklicher, als es die Kennzahlen erwarten lassen – und das ist kein Rechenfehler, sondern ein Kompliment an alle, die hier zu Hause sind.

Overperformer. Klingt doch mal gut.