In Giesenkirchen bietet sich derzeit auf mehreren Rasenflächen ein merkwürdiges Bild. Wo eben noch eine geschlossene Grasnarbe lag, sieht der Boden aus wie umgegraben. Größere Bereiche sind aufgewühlt und regelrecht zerhackt.
Ein ehemaliger Landwirt, der nicht namentlich genannt werden möchte, hat die Verursacher beobachtet. Krähen hacken die Grasnarbe auf. Offenbar suchen sie im Boden nach Nahrung, vermutlich nach Engerlingen.
Johannes Küppers, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach, erklärt, warum sich die Vögel gerade jetzt über die Rasenflächen hermachen: „Die Krähen finden gerade nichts anderes, da noch nichts gesät ist.“
Engerlinge sind die Larven verschiedener Käfer. Im Rasen sind das vor allem Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Die Larven leben im Boden und fressen die Wurzeln der Gräser. Der eigentliche Schaden entsteht also unter der Erde. Sichtbar wird er oft erst, wenn Vögel die geschwächte Grasnarbe auf der Suche nach den Larven aufreißen. Engerlinge lieben trockene, warme Böden. Das ist gerade ideal, sehr zum Verdruss privater Rasenbesitzer.
Auch der ehemalige Landwirt ist betroffen. „Ich habe sowohl im Vorgarten als auch hinter dem Haus Rasen und beide Flächen sind regelrecht zerfleddert. Das werde ich jetzt erstmal vertikutieren und anschließend neu aussäen“, erklärt er. Außerdem hat er ein Flatterband gespannt. Es soll die Krähen abhalten, indem es sich im Wind bewegt.
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