Wenn sich der Giesenkirchener Herbstmarkt am 6. September wieder über Konstantinstraße und Konstantinplatz erstreckt, ist die Bühne am Konstantinplatz einer seiner lebendigsten Punkte. Bewusst steht sie dort und nicht auf dem Marktplatz, eingebettet in ein kleines Rondell mit Gastronomie, das die Menschen zum Verweilen einlädt – Programm anschauen, etwas trinken, etwas essen, alles an einem Ort.
Was auf dieser Bühne passiert, ist zu großen Teilen ehrenamtlich getragen. „Das wird ja an mancher Stelle vergessen, dass das einfach alles ehrenamtliche Arbeit ist“, sagt Gabriele Franken, Vorstandsmitglied des Gewerbekreises Giesenkirchen, die das Bühnenprogramm seit Jahren zusammenstellt und moderiert. Manche Gruppen erhielten eine kleine Aufwandsentschädigung, etwa für die Anreise einer Big Band im Bus, betont Franken – Beträge, von denen niemand reich werde, sondern die schlicht den Transport ermöglichen. Andere treten ganz ohne Gage auf.
Im Kern gehe es darum, dass Vereine und Schulen sich präsentieren können. Den Auftakt macht die Big Band des Gymnasiums Jüchen, die ab 12 Uhr in zwei Sets spielt. Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Wenn die Menschen aus der Messe kommen und mittags auf den Platz strömen, soll Musik laufen. Zwischen den beiden Sets übernimmt Bezirksbürgermeister Ralf Kremer die offizielle Begrüßung – ganz bewusst nicht zu Beginn, sondern dann, wenn bereits viele Zuhörer da sind.
Danach zeigt sich, wie breit das Programm aufgestellt ist. Das Franz-Meyers-Gymnasium ist gleich mehrfach vertreten: mit seiner Turn-AG in zwei Durchgängen sowie mit Chor und jungen Talenten aus dem schuleigenen Gesangswettbewerb. Dass sich hier 14-, 15- und 16-Jährige auf eine Herbstmarktbühne stellen und trotz aller Nervosität singen, turnen oder jonglieren, ist für Franken einer der schönsten Momente des Tages.
Gleich drei Karnevalsgarden stehen auf dem Programm, über den Nachmittag verteilt, damit sie nicht geballt hintereinander auftreten: die KG Botterbloom, die rund 30 Köpfe starke Juniorgarde der großen Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach und als Newcomer die KG Rot Weiss Genhülsen. Für die jungen Aktiven bedeutet das mehr als Tanz – gemeinsames Training, soziale Kontakte und die Gelegenheit, das Gelernte vor Eltern und Großeltern zu zeigen. Ein Andrang, der wiederum den Markt belebt.
Dazu kommen die Cheerleaderinnen der Fireflys Uedesheim, die Franken seit Jahren begleitet und deren Entwicklung sie sichtlich beeindruckt – im vergangenen Jahr wäre eine Fliegerin beinahe an der zu niedrigen Bühnedecke angekommen. Ein besonderes Anliegen sind ihr die Auftritte, bei denen Menschen sich zeigen können, die nicht immer im Rampenlicht stehen: Mit den Hephalino Kids und den Sparkling Dancers sind Gruppen aus dem inklusiven Sport dabei. „Da merkt man, wie toll das diesen Menschen tut, dass sie einfach auch so ein Ziel haben, worauf sie trainieren können.“ Mit dem Sportstudio Saphir ist zudem eine feste Größe seit vielen Jahren auf der Bühne vertreten.
Dass all das reibungslos über die Bühne geht, verdankt der Herbstmarkt auch Dirk Nys, der seit Jahren Bühnentechnik und Musik koordiniert und Lücken im Ablauf mit ruhiger Hand überbrückt. Wer noch einen musikalischen Beitrag beisteuern möchte, findet nach Frankens Worten auch kurzfristig fast immer ein Plätzchen.
Neben der Bühne bleibt der Blick nach oben: Die Kirchturmbesteigung ermöglicht wieder einen Ausblick über Giesenkirchen – Gelegenheit zum Fotografieren inklusive.
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