Das Alte Kino in Giesenkirchen ist vollständig abgerissen. Die Straße Am Alten Friedhof bleibt trotzdem gesperrt. Die Stadt Mönchengladbach hatte die Freigabe zunächst für den 10. Oktober angekündigt, nun nennt sie Ende Oktober als neuen Termin.
„Der Aufwand, die einzelnen Gebäudeteile zu trennen und alles statisch zu sichern, war höher als erwartet”, sagt Tim Irion, Pressesprecher der Stadt Mönchengladbach, im Gespräch mit Lott jonn!.
Was er mit den Gebäudeteilen meint, sieht jeder, der an der Absperrung stehen bleibt. Wo bis vor Kurzem die Mauern des Kinos standen, steht jetzt ein zweites Gebäude: ein zweigeschossiger Rohbau aus grauen Mauersteinen und Betondecken, die auf Stahlstützen ruhen. Das Kino hatte ihn umschlossen wie eine Matroschka die nächstkleinere Figur. Ein Rest der alten Putzwand lehnt noch davor.
Abgerissen wird dieses Haus im Haus nicht. „Das Haus ist nicht Teil der Ersatzvornahme. Der Abriss des Alten Kinos geschah zur Gefahrenabwehr, von diesem Haus geht aber zunächst keine Gefahr aus”, sagt Irion. Erledigt ist die Sache damit nicht: „Dennoch ist es ein Schwarzbau, dafür müsste nachträglich eine Baugenehmigung eingeholt werden.”
Lott jonn! hat über das Alte Kino mehrfach berichtet. Ende 2024 sackte das Dach ab, die Stadt sperrte die Straße zum ersten Mal. Sicherungsmaßnahmen des Eigentümers erlaubten Anfang 2026 eine vorläufige Öffnung, im Frühjahr konnte ein Prüfstatiker die Standsicherheit nicht mehr bestätigen. Weil der Eigentümer der Abrissverfügung nicht nachkam, ließ die Stadt das Gebäude im Wege der Ersatzvornahme selbst niederlegen. Seit August trugen Arbeiter zuerst das schadstoffbelastete Dach von Hand ab, danach fielen die Mauern.
Die Kosten dafür will die Stadt vom Eigentümer zurückholen. Eine Summe nennt sie noch nicht. „Die genaue Höhe steht noch nicht fest, da sind einige Rechnungen aufgelaufen, unter anderem für Abriss und Absperrmaßnahme”, sagt Irion. Wie die Stadt an ihr Geld kommt, beschreibt er knapp: „Der Eigentümer bekommt eine Rechnung und die muss er bezahlen.”
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