27. Februar 2024

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Foto: Leopold Kanzler

Der Biber ist zurück in Mönchengladbach

Wiederansiedlung des Bibers in Mönchengladbach: Ein Segen für die Natur, aber nicht ohne Konflikte

Mönchengladbach – Der Europäische Biber, ein wahrer Ökosystem-Ingenieur, kehrt nach Jahrhunderten der Ausrottung zurück in das Stadtgebiet von Mönchengladbach. Die Wiederansiedlung des Bibers hat das Ziel, die Biodiversität zu erhöhen und die natürliche Umgebung von Bächen und Flüssen zu verbessern. Doch während Fachleute die positiven Auswirkungen auf die Natur betonen, gibt es auch Bedenken und Konflikte bei einigen Betroffenen.

Der Biber, mit seinem stromlinienförmigen Körper von bis zu einem Meter Länge und einem Gewicht von bis zu 30 Kilogramm, kann bis zu 20 Jahre alt werden. Sein weiches, dichtes, braunes Fell hält ihn trocken und warm, während er im Wasser schwimmt und taucht. An Land wirkt er dagegen eher behäbig. Der markante abgeflachte Schwanz, auch “Kelle” genannt, unterscheidet ihn von anderen Nagetieren wie Nutria und Bisam. Die Biberzähne, von denen sie vier Schneide- und Nagezähne besitzen, wachsen ein Leben lang nach und werden beim Nagen geschärft. Mit einem Kaudruck von 120 kg/qcm sind die Biberzähne sechsmal stärker als beim Menschen.

Die Wiederansiedlung des Bibers in Mönchengladbach hat positive Auswirkungen auf die Natur und die Artenvielfalt. Durch seine Landschaftsgestaltung mittels Dammbau erhöht er die Biodiversität und schafft einen naturnahen Lebensraum für viele seltene Arten. Doch nicht jeder ist begeistert von den Veränderungen, die der Biber mit sich bringt. Die Landschaftsgestaltung kann zu Konflikten führen, insbesondere wenn Bäume gefällt werden oder Schleusen verstopft werden.

Um diese Konflikte zu bewältigen, erhalten Betroffene eine flächendeckende Beratung zur Lösung von Problemen. Stefan Neumeier, zuständig für Artenschutz und Wildtiermanagement bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt, betont die Bedeutung eines gezielten Managements: “Durch die starke Ausbreitung des Menschen sind Nutzungskonflikte mit dem Biber, unter anderem im Rahmen der Gewässerunterhaltung, keine Seltenheit. Mit Hilfe eines eigens geschaffenen Managements in enger Zusammenarbeit mit betroffenen Akteuren wie der NEW mags oder dem Niersverband lassen sich Aufgaben gezielt lösen, bevor sie zu Problemen werden.”

Die genaue Population der Biber in Mönchengladbach kann Neumeier nicht beziffern, aber er schätzt, dass etwa 25 Biber im Stadtgebiet leben.

Die Wiederansiedlung des Bibers in Mönchengladbach ist ein Schritt in Richtung Naturschutz und Artenvielfalt. Die Stadt arbeitet daran, die Konflikte zu lösen und das Zusammenleben von Mensch und Biber zu ermöglichen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt und ob der Biber in Zukunft noch mehr Lebensräume in Mönchengladbach erobern wird.